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Januarloch

Mängisch füut sech dr Johresaafang wien e heftigi Landig uf hertem Asfaut aa.
Die fluffig-kuschlige, glitzerige, i warms Liecht touchte Feschttäg si düre. Me het s’letschte Papirchügeli vor Süuveschter-Tischbombe ungerem Gusch füreknüblet, es funklet nume no dr Glitzer, wo sech vom Wienachtsschmuck glöst u sech i de Ritze vom Pargget feschtgsetzt het und ir Chrömlibüchse darbet s’letschte, trochene Meiländerli am ne ungwüsse Schicksau entgäge.
Im Januar luegt mir die chauti, herti Realität is bleiche Gsicht, ungerschtrycht das no mit em ne Kontouszug, wo mi gruuset und usserdäm passt s’Füdle nüm i d’Lieblings- tschiins. Und um däm ganze no s’Tüpfli uf z’setze, tobet sech do usse immer no dä fiis Virus us u ig weiss no weniger was mit däm nigu nagu nöie Johr aafo, wöu Plän z’schmide trout me sech grad gar nid. Schtattdesse füer i mir vor Ouge, was im letschte Johr nid ganz so planmässig glüffe isch u was i das Johr besser miech oder überhoupt mou würd aago. Aber wöu die Lischte so schnäu wachst, macht mi das no grad meh Chopfschüüch und i gseh y, das isch nid dr richtig Schtart i Januar.

Villech, so dänki, sött i nid so aafo, wien i s’letschte Johr beändet ha u lege mou e Läbereschongang y. Das cha sicher nid schade, d’Sachlag mit klarem Gring is Oug z’fasse. Mit untrüebtem Verschtang d’Rue i sich finge, das isch jetz grad passend, jetz wo me wider im ne Loggdaun feschthocket, allei mit dr Angscht u ihrer guete Fründin, dr Verzwyflig. D’Nachrichte ma i scho gar nüm lose, wöu die schlächte Mäduige jetz vor dr eigete Huustür passiere. Auso klick i s’nöchschte Säubschtoptimierigsvideo uf Juutuub aa, lo mi vo sore superglückleche Influenzere über ihres glungene Läbe zuelabere u ryte mi no grad einisch töifer dry. Wächsu zum Psychokanau, wo e z’gschniglet frisierte Hobbypsycholog erklärt, dass d’Depression no lang nid s’Ändi vor Fahneschtange isch. So schufle i mir mis eigete Januarloch u das chani nid emou mit Bier füue, wöu i mi heilig Abschtinänzeid nid scho nach zwöi Wuche wot bräche.
I luege usem Fänschter u gseh, dass immer weniger Lüüt i ihrer nöie, superkuule Tschoggingmontur mit verbyssenem Gsichtsusdruck verbyhechle; im Schneematsch ligt mänge guet Nöijohrsvorsatz verschlisse ufem Trottuar.

Deheime yigle, solidarisch mit aune angere, wo o feschthocke und uf besseri Zyte blange.
I tigere ir Wohnig ume u warte uf d’Wort, wo sech irgendwo hartnäckig i mim Hirni feschtchraue u sech partu nid wei zeige. Dr Januar isch scho fasch düre und i ha no kener erbouleche Wort gfunge, woni chönnt uf d’Wäut loslo. Vorwurfsvou starrt mi dr wyss Büudschirm vom Kompiuter aa und i tröime vor mi häre. Gseh mi allei ufere Bühni am Läsepult hocke, vor mir e Mönschemängi, aui Blicke uf mi grichtet. Früecher es absoluts Horrorszenario, doch jetz, i mire Fantasii füel i mi wien e Fisch im Wasser u dänke, wau, Mönsche, e ganze Huufe dervo, ohni Sicherheitsab- schtang. I lise miner Wort vor u nähr schtoni uf u gumpe i das Körpermeer, bade drinn, schmöcke Schweiss u schlächts Parfüüm. Es isch e Wucht. I konzentriere mi wider uf dä läär Büudschirm u gseh, so wird das nüt. Auso doch per Säubschtoptimierig zure bessere Frou wärde. I chönnt zum Byschpüu meh Schport mache, de würd mis Füdle villech sogar wider mou i mini Lieblingstschiins passe. Aber nähr fingi, schtatt mis Füdle i das verhuddlete Beichleid zrugg z’optimiere, würdi gschidder fürne nöii Hose luege, eini mit emne ghörige Elaschtanaatöu, de cha si no chli mitwachse.
Nach zwöi Tag Säubschtoptimiererei hani immer noch kes Wort gschribe, weiss aber, dass mi das ganze Gedöns ghörig närvt. I söu mi auso i mire Freizyt säuber blooge, damit i schöner, gschider, kuuler, schnäuer u somit erfougrycher u vorauem rycher wirde? Überzüge tuet mi das nid, denn wär meh söu leischte, muess zwüschdüre o mou Fulänze. Das fingi e gueti Idee, am beschte grad dermit aafo. Auso platziere i mi unoptimiert Körper mit em ne guete Buech ufem Gusch.

Dr Januar isch es Loch im Kaländer, wo me am beschte ushocket und sech ufs Nötigschte beschränkt. Im Februar gseht d’Wäut de wider chli weniger trüeb us u sobau s’Wätter wider besser isch, goni de o wider use mi go bewege, wöu denn isch Früelig und we im Früelig nid aus guet chunnt, wenn de süsch?

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